Harte Fakten
Just say no!
Über don´t drug + drive
Zahlen & Fakten
Die Gefahren von Drogen im Straßenverkehr werden immer noch unterschätzt, verharmlost oder gar ignoriert. Illegale Drogen führen jedoch zu weitaus mehr Verkehrsunfällen als angenommen.
2000 bis 2007: Zahl der Drogendelikte im Straßenverkehr mehr als vervierfacht
- 2007 wurden 222.600 Drogendelikte (einschließlich Alkohol) im Verkehrszentralregister (VZR) erfasst (Kraftfahrt-Bundesamt: Jahresbericht 2007).
- Bei 12,4 Prozent (27.600) der Drogendelikte wurde die Einnahme von Cannabis, Heroin, Amphetaminen etc. nachgewiesen.
- Seit 2000 hat sich die Zahl der Drogendelikte im Straßenverkehr (ohne Alkohol) mehr als vervierfacht: von 6.000 auf 27.600 Delikte.
- Im Vergleich dazu sank die Zahl der reinen Alkoholdelikte von 213.946 im Jahr 2000 um 8,9 Prozent auf 195.000 im Jahr 2007.
Drogen sind eine Gefahr für die Verkehrssicherheit
- Von insgesamt 409.641 Unfällen mit Personenschaden sind 2007 nachweislich 1.354 Unfälle auf den Einfluss berauschender Mittel zurückzuführen (Statistisches Bundesamt: Verkehrsunfälle Fachserie 8, Reihe 7, 2007).
- 2006 wurden durch Drogenfahrten (Teilnahme am Straßenverkehr unter Einfluss illegaler Drogen) nachweislich rund 600 Personen getötet oder schwer verletzt (Statistisches Bundesamt Verkehrsunfälle Fachserie 8, Reihe 7, 2006).
- Bei den 97.148 schwerwiegenden Unfällen mit Sachschaden war nachweislich in 11.628 Fällen der Einfluss berauschender Mittel (einschließlich Alkohol) die Ursache (Statistisches Bundesamt: Verkehrsunfälle Fachserie 8, Reihe 7, 2007).
Deutlich mehr Drogenfahrten als angenommen
- Ein alarmierendes Bild der deutschen Party- und Diskoszene zeigt eine Studie der GDV-Unfallforschung: 94 Prozent der befragten Drogenkonsumenten steigen regelmäßig ohne Risikobedenken unter Drogeneinfluss ins Auto – durchschnittlich 3,5 Mal im Monat (GDV-Unfallforschung: Party und Designerdrogen im Straßenverkehr, 2001).
- Von den 18- bis 24-jährigen Autofahrern ist jeder dritte schon einmal unter Einfluss berauschender Mittel im Straßenverkehr unterwegs gewesen (Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung an der Universität Duisburg Essen: Junge Fahrer und Drogenkonsum, 2005).
- Lediglich eine von 600 Fahrten unter Drogeneinfluss wird entdeckt (European Information Network on Drugs and Drug Addiction: Reitox-Bericht, 2006).
- Unter Alkoholeinfluss ist die Hemmschwelle höher sich hinters Steuer zu setzen als unter Einfluss von illegalen Drogen (Krüger: Gutachten zu dem Fragenkatalog 1 BvR 2062/96, 2002).
- Die Bereitschaft unter Drogeneinfluss zu fahren, ist von der Häufigkeit des Konsums abhängig: 60 Prozent der Gelegenheitskonsumenten haben keine Bedenken, nach dem Drogenkonsum in ihr Fahrzeug zu steigen. Bei den Dauerkonsumenten erhöht sich dieser Anteil auf 91 Prozent (Vollrath und Krüger: Auftreten und Risikopotenzial von Drogen im Straßenverkehr, „Blutalkohol“, Vol. 39, Nr. 1, 2002).
- Drogen (insbesondere Cannabis, Amphetamine und Ecstasy) werden subjektiv als „kaum verkehrsgefährdend“ beurteilt. Die Wahrscheinlichkeit von der Polizei entdeckt zu werden, wird als außerordentlich gering eingeschätzt (Vollrath & Krüger, „Blutalkohol“, 2002).
Cannabis an der Spitze der illegalen Drogen
- Über 40 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben mindestens einmal in ihrem Leben illegale Drogen konsumiert, die meisten davon Cannabis (Institut für Therapieforschung: Illegale Drogen, Einstiegsalter und Trends, „Sucht“, Nr. 51, 2005).
- Cannabis ist in Deutschland vor Ecstasy, Amphetaminen und Kokain die populärste illegale Droge: Rund zwei Millionen vor allem junge Menschen konsumieren in Deutschland regelmäßig Cannabis, etwa 400.000 von ihnen weisen einen missbräuchlichen oder abhängigen Konsum auf. Mit illegalen Drogen wie Ecstasy, Amphetamine und Kokain hatten rund 5 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland mindestens einmal Kontakt. (Drogenbericht der Bundesregierung 2007)
18- bis 24-Jährige im Straßenverkehr besonders gefährdet
- 2007 verunglückten 87.150 junge Männer und Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren auf Deutschlands Straßen, 977 Personen wurden dabei getötet (Statistisches Bundesamt: Verkehrsunfälle Fachserie 8, Reihe 7, 2007).
- Sowohl rund jeder fünfte Verletzte als auch jeder fünfte Getötete im Straßenverkehr (je 20 Prozent) gehört zu der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung nur 8,2 Prozent beträgt. Damit haben 18- bis 24-Jährige ein 2,5 faches Risiko, bei einem Unfall zu verunglücken als andere Altersgruppen.
Nachts und früh morgens: Erhöhtes Unfallrisiko
- 45 Prozent der getöteten jungen Erwachsenen sterben in der Zeitspanne zwischen 19 Uhr abends und 5 Uhr morgens (Stat. Bundesamt: Verkehrsunfälle Fachserie 8, Reihe 7, 2006).
- Bei einer Befragung unter Drogenkonsumenten in der deutschen Disko- und Partyszene schilderten 15 Prozent einen Unfall unter Drogeneinfluss. Diese Unfälle wurden mehrheitlich polizeilich nicht erfasst und ereigneten sich in den späten Nacht- bis frühen Morgenstunden (GDV-Unfallforschung, 2001).

